(br) Das Lächeln gehört zu ihren Markenzeichen. Und so darf Song-Sa Dammer
getrost als äußerst freundlicher Mensch bezeichnet werden. Aber dieser Tage
hat die Leitende Schwester aus der Zentralen Diagnostik des
Bernward-Krankenhauses (BK) einen besonderen Grund zur Freude: Eine Wohltätigkeitsveranstaltung,
die Dammer gemeinsam mit anderen Pflegekräften aus dem BK auf die Beine
stellte, beschert der geplanten "Palliativ-Einheit" ihres Hauses eine Spende von
800 Euro.
Die Palliativ-Medizin zielt darauf, unheilbar kranke Menschen in einer wohnlichen, angenehmen Atmosphäre zu pflegen. Das BK will in der Onkologie-Station, in der Krebs-Patienten behandelt werden, zwei Zimmer entsprechend umgestalten. "Mit voller medizinischer Versorgung, aber auch spiritueller und Sterbe-Begleitung", erklärte Dr. Ulrich Kaiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2 des BK, den 60 Besuchern der Wohltätigkeitsveranstaltung.
Die fand in den Räumen der Volkshochschule statt, und dort vor allem im Riedel-Saal. Den brauchten die Organisatoren um Song-Sa Dammer auch. Denn das Auf-die-Beine-stellen war wörtlich zu nehmen - im Mittelpunkt standen schließlich Tanz-Aufführungen.
So zeigte die Hildesheimerin Sabine Schild unter dem Künstlernamen "Cassandra" ihr Können als Bauchtänzerin, die Gruppe "Viva la Vita" legte Flamencos aufs Parkett. Und die "Scottish Flowers" - wie die anderen Künstler ohne Gage - präsentierten unter Leitung von Tina Herpers schottische Volkstänze. Mittendrin wirbelte dabei Song-Sa Dammer über den Teppich. Ihrem Mitwirken bei den "Flowers" war auch das bunte Programm des Nachmittags zu verdanken. Denn die Not der kranken Patienten täglich vor Augen, sann die Schwester nach Möglichkeiten zu helfen - und kam auf die Idee einer Tanzvorstellung samt Osterschmuck-Basar sowie Verkauf von Kaffee und Kuchen.
Ein gelungener Einfall, wie die Einnahme von 800 Euro zeigte, die für Möbel und Ausstattung der neuen Räume fließen sollen. Und auch ein sinnhaftiger Einfall, befand Chefarzt Dr. Kaiser. Schließlich gehörten Tanzen und Sterben zum Leben, "beides ist etwas Natürliches." Vielleicht trage der Nachmittag dazu bei, das Thema zu enttabuisieren und Ängste abzubauen.
© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung
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